Mobile First?

In Gesprächen mit Kunden kommt immer wieder die Frage auf, welchen Stellenwert mobile Kanäle im Vergleich zu den normalen Web Kanälen haben. Auf der einen Seite sind die mobilen Kanäle speziell langfristig ein enormer Kostenblock. Zu fragmentiert ist der Markt mit unterschiedlichen Devices, Bildschirmgrößen und –auflösungen, Eingabetechniken, Browsern, Betriebssystemen und Betriebssystemversionen usw.. Ganz besonders wenn man sich entschließt Apps anstelle von mobilen oder responsiven Webseiten zu entwickeln, sind auch speziell die Testaufwände ein enormer Kostenblock. Und das langfristig und bei jedem Release (auch wenn die Änderungen an den Apps noch so gering sind)! Das ganze wird auch nicht dadurch besser, dass angeblich 82% der User ihre Internetzeit auf mobilen Devices in Apps und nur 18% über mobile Browser verbringen (http://de.slideshare.net/SantokuPartners/70-digital-transformation-statistics?qid=4a48b618-c883-46c9-ad1f-18d6c2190901&v=default&b=&from_search=7).

Auf der anderen Seite sagt z.B. Mary Meekers in ihren Internet Trends voraus, dass bereits 2015 mehr Nutzer über Tablets und Phones das Internet benutzen werden als über PCs. Keine komplett unrealistische Prognose wie ich meine.

Aber was tun? Mobile Kanäle werden dominieren. Mobile First zu denken ist daher richtig. Allerdings bin ich der Meinung, dass man weiterhin anhand von sinnvollen User Journeys entscheiden sollte, welche Funktionalität wie und auf welchem Kanal zur Verfügung gestellt wird. Einfach die aktuelle Webpage in eine App packen ist nicht die Antwort und wird vor allem langfristig ein Kostenproblem darstellen.  Aber noch viel schlimmer: es ist aus Usability-Sicht nicht richtig, mobile Anwendung und Touch Oberflächen ergeben andere Anwendungsfelder. Und so sollten die Applikationen auch entworfen sein.

Mobile Anwendungen schlank und fokussiert zu halten hilft also nicht nur Kosten zu sparen (siehe oben) sondern erhöht auch noch den Nutzen für den Kunden.

Die Antwort auf die Frage nach der richtigen mobilen Strategie muss also lauten: detailliert betrachten und ein Konzept erstellen dass Kundennutzen und das aus Use Case Basis für jeden Kahl und Aufwände in ein sinnvolles Verhältnis bringt.

Über den Autor
Alexander Schmid

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