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Warum ein offener Brief nicht ausreicht…

Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender Axel Springer SE) hat vor kurzem einen aufsehen erregenden und äußerst lesenswerten offenen Brief an Eric Schmidt (google) veröffentlicht: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/mathias-doepfner-warum-wir-google-fuerchten-12897463.html

Lesenswert ist der Artikel schon alleine, weil zum ersten Mal einer der mächtigsten Industrieführer Deutschlands sehr offen ausspricht, dass selbst Größen wie der Springer Verlag inzwischen in einem unfassbaren Abhängigkeitsverhältnis zu google stehen. Auch wozu das noch führen kann wird in eindringlichen Worten beschrieben. Doch auch wenn die Absicht ehrenvoll und der Schritt mutig sein mag mit solch einem Thema so an die Öffentlichkeit zu gehen, bin ich auch der Meinung, dass der Hilferuf an die Politik und an Eric Schmidt nicht die Lösung des Problems sein kann und wird.

Seit Jahrzehnten ist klar welche dominante Rolle das Internet spielen wird. Dass es eben nicht damit getan ist ein paar bunte Webseiten ins Web zu stellen. Das Internet bedeutet auch nicht nur (und schon alleine das wäre eine Revolution) dass mit Kunden direkter und schneller kommuniziert werden kann, nein es bedeutet dass die Geschäftsmodelle die bisher funktioniert haben jetzt oder bald nicht mehr funktionieren. Dass sich grundlegend ändert was den Wert und auch die Zukunft eines Unternehmens bestimmt.

Eigentlich traue ich mich das alles so schon gar nicht mehr zu schreiben, so abgedroschen sind diese Wahrheiten inzwischen. Doch die traurige Wahrheit ist, dass selbst wenn diese Erkenntnis inzwischen kaum mehr zu leugnen ist, Taten immer noch Mangelware sind. Wo sind die europäischen Großkonzerne die ihr Geschäftsmodel mutig und radikal auf das neue Zeitalter umgebaut haben? Wo sind die (mit dem reichlich vorhandenen Kapital der Großkonzerne) gegründeten ernsthaften Versuche neue Software, IT und Internet Firmen zu gründen? Jetzt, nach vielen Jahren des Wartens zu jammern und um Hilfe zu rufen wo andere erfolgreich und übermächtig geworden sind, ist eben nicht die richtige Antwort. Es geht darum anzupacken und die Chancen die das Internet bietet zu nutzen! Wer das nicht bereit ist zu tun, wird sich zu den vielen Industrien und Firmen gesellen, die es nicht geschafft haben sich anzupassen und untergegangen sind. Die Geschichtsbücher sind voll davon.

Und nein, es geht nicht um neue Web Pages…

Über den Autor
Alexander Schmid

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